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English Summary: While for a long time, because of my hostility to the Chinese regime along with my free-market ideals, I have often been branded a "cold warrior" or die-hard capitalist, mainstream opinion has again grown more sceptical of China as, in the build-up to the Olympic Games, its oppression of the Tibetan people has returned to the limelight. In this article, I explain how I believe globalization and free markets enable the average consumer to exert a great deal of pressure directly on the regime. Olympic Sponsors such as Coca-Cola, McDonald's or Omega that pay a fortune in order to be associated with a murderous regime that still venerates Mao, a tyrant responsible for the deaths of far more people than Hitler and Stalin combined, should get what they paid for: the utter disgust and condemnation of the free world. Come on, people, there's Pepsi, Red Bull, there's Burger King, there are dozens of quality watch makers. There are other consumer electronics makers than Samsung or Panasonic and other credit cards than Visa. There is really no reason - and no excuse - for us Western consumers if they were to chose to become accomplices to mass murder, oppression, torture and numerous other human rights abuses by buying the products of any sponsor of the Olympic Games.

Lange genug wurde ich in privaten Diskussionen aufgrund meiner radikal ablehnenden Haltung der Volksrepublik China gegenüber gerne als rechtsliberaler, ewiggestriger kalter Krieger dargestellt. Es wurde mir entgegengehalten, den Menschen in China gehe es materiell relativ gut, China sei ein wichtiger Faktor in einer "multipolaren" Welt, und auch wenn es sich um eine Diktatur handle, so doch zumindest um eine relativ weise geführte Diktatur. Zudem müsste ich mich doch gerade als Liberaler über die schrittweise Liberalisierung und Marktöffnung freuen. Doch meiner Meinung nach ist ein freier Markt ohne Rechtssicherheit, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit - ohne eine offene Gesellschaft - ebenso illusionär wie nachhaltige politische Freiheit und Achtung der Menschenrechte ohne freie Märkte. Wer wie China in eng eingegrenzten Bereichen freie Märkte schafft, aber zugleich das intellektuelle Fundament der freien Marktwirtschaft - die Mündigkeit des Einzelnen - negiert, bringt sich in einen unauflösbaren Widerspruch, der keine nachhaltige Entwicklung zulässt.

Was das Olympische Komitee und seine Sponsoren unterstützenDass China Andersdenkende einsperrt, foltert und tötet, dass es Minderheiten systematisch unterdrückt und das eigene Volk gegen diese aufwiegelt, dass es weltweit allenthalben menschenverachtende Regimes unterstützt und schützt, dass es seinen demokratischen Nachbarn Taiwan und Japan äußerst feindselig gegenübertritt, dass es in Tibet eine wunderbare, jahrhundertealte Kultur systematisch vernichtet und insbesondere dass es nach wie vor mit Mao einen Tyrannen verehrt, der mehr Menschenleben auf dem Gewissen hat als Hitler und Stalin zusammen - all dies schien plötzlich vergessen, als China ein interessanter Markt wurde. Nun sind mit den Olympischen Spielen und den Unruhen im okkupierten Tibet diese Verbrechen in den internationalen Medien erneut in den Mittelpunkt gerückt - und doch wird meiner Meinung nach noch immer viel zu nachsichtig mit dem chinesischen Regime und seiner willigen Dirne, dem Olympischen Komitee, umgesprungen.

Nichts rechtfertigt die Entscheidung für Peking

Die Olympische Idee ist tot. Für wie dumm muss uns ein Verein halten, der uns weismacht, die Spiele müssten "unpolitisch" bleiben und sie zugleich in einem totalitären Staat wie China organisiert, in dem per definitionem alles politisch ist, da der Staat alles für sich vereinnahmt und allgegenwärtig ist? Die Eltern der Opfer des Massakers am Platz des Himmlischen Friedens, das China nach wie vor als gerechtfertigt bezeichnet, freuen sich jedenfalls gewiss, dass sich das IOC aus gänzlich unpolitischen Gründen bei den Schlächter ihrer Kinder anbiedert. Dann ist ja alles in Ordnung.

Und die angeblichen Präzedenzfälle? Berlin 1936? Hier fiel die Entscheidung über den Austragungsort noch lange vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten, und die Spiele fanden statt, bevor Hitler zum offenen Massenmord übergegangen war. Bei der Entscheidung für Peking waren hingegen sämtliche Verbrechen des Regimes schon lange bekannt.

Die ethische Frage: Wie kann man als Einzelner etwas gegen seine Mitschuld an den chinesischen Verbrechen tun?

Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch an allem Unrecht auf der Welt mitschuld ist. Das ist leider das Dilemma des menschlichen Lebens - wir sind ab unserem Eintritt ins Leben schuldig, weil es so viel Unrecht gibt, gegen das man etwas tun könnte. Daher stellt sich dem aufgeklärten Bürger die Frage: Wie kann er seine Mitschuld am Unrecht zumindest verringern und, so gesehen, im Alltag ethisch handeln?

Es ist wichtig, die berechtigte Abscheu vor dem Staat China nicht auf die Menschen in China zu übertragen – es gibt in China großartige Musiker, intelligente Wissenschafter und schlicht und einfach nette Leute - nicht anders als in Nazideutschland. Ich halte es für falsch, ein Regime über den Umweg über seine Untertanen zu treffen zu versuchen.

Doch - der Globalisierung sei Dank - hat der einzelne die Möglichkeit sich als mündiger Bürger und insbesondere als verantwortungsbewusster Verbraucher zu verhalten und so doch recht direkt auf die Politik einzuwirken, und dies vermutlich sogar wirksamer als durch direkte politische Betätigung.

Olympische Sponsoren wie Coca-Cola, Kodak, McDonald's, Omega, Panasonic, Samsung or Visa lassen es sich viel kosten, die Selbstdarstellung des mörderischen chinesischen Regimes zu sponsern. Kein Wunder, China ist ein interessanter Markt. Doch ein noch viel interessanterer Markt sind wir, die freie Welt! Boykott ist ein starkes, agitatorisches Wort, doch wir sollten uns klar sein: Mit jeder kleinen Kaufentscheidung im Alltag können wir etwas dazu tun, etwas weniger Blut von den Opfern des chinesischen Kommunismus an unseren Händen zu tragen.

Es geht hier - wohlgemerkt! - nicht um einen generellen Boykott Chinas. Doch die Olympischen Spiele sind eine unerträgliche Selbstdarstellung eines üblen Regimes; es geht hier mitnichten um die chinesische Bevölkerung; wer dies sponsert, hat keine Entschuldigung.

Ich trinke gerne Mineralwasser, doch wenn mir heute im Restaurant Römerquelle oder Valser (beides im Besitz von Coca-Cola) angeboten wird, so schicke ich es freundlich zurück, erkläre, dass ich ungern durch meine Konsumation Unterdrückung und Folter unterstütze, und nehme lieber Leitungswasser. Ich habe mir überlegt, zusätzlich zu meiner MasterCard auch eine Visa zu nehmen - aber im Gedenken an die Opfer des Massakers am Platz des himmlischen Friedens bleibe ich doch lieber bei MasterCard. Warum nicht mal Pepsi oder das neue Cola von Red Bull ausprobieren, anstatt mit dem Kauf von Coca-Cola das Andenken der Millionen Opfern Maos zu schänden? Und warum nicht einmal anstatt dem Hinunterschlingen eines Burgers von McDonald's im hervorragenden Restaurant der engagierten Exiltibeterin Tseten Zöchbauer essen? Das werden einem nicht nur die geknechteten Tibeter, sondern auch die Geschmacksnerven danken, wie ich aus guter Erfahrung sagen kann!

Zum Pepsi statt zum Coca-Cola zu greifen, die Mastercard statt der Visa hervorzuziehen, sich bei Burger King statt bei McDonald's vollzustopfen – ist dies zuviel verlangt, wenn es um Menschenrechte geht?

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Categories: Free Thought, Free Markets

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